Brandsimulator bei der Airportwehr - Flughafen Leipzig - Halle

Heiße Übung für haupt- und nebenberufliche Werkfeuerwehr

Tabs

Ein mit Gas befeuerter Brandcontainer hatte seinen Standort auf der Feuerwehrübungsfläche im Nordbereich des Airports. Neben den haupt – und nebenberuflichen Angehörigen der Werkfeuerwehr werden daran auch die Ersthelfer (die erst vor einem Jahr durch das Flughafen – Rettungsdienstpersonal ausgebildet wurden) im Umgang  mit Handfeuerlöschern ausgebildet. Auch fünf freiwillige Feuerwehren aus dem unmittelbaren Umland erhalten die Möglichkeit daran zu üben. Unter Anleitung eines Instruktors der Fa. National Fire und einem Verantwortlichen der Flughafenwehr, ist der Container von früh bis in die Abendstunden in Betrieb. Eine immense Hitzewelle schlägt Lothar Braunsdorf und Kay Gründling entgegen, als sie die schwere Metalltür auf dem Dach des Containers öffnen. Flammen lodern unter der steil nach unten führenden Treppe.
Sofort wird  der Sprühstrahl auf die Flammen gerichtet und das Feuer niedergeschlagen.  Unter der Treppe angekommen treffen die beiden Kameraden der nebenberuflichen Werkfeuerwehr auf eine heiße Stahltür hinter der es mächtig lodert. Aber die beiden bleiben ruhig, öffnen vorsichtig die Tür und richten  ihren Löschstrahl zuerst auf die Decke um die Brandgase herabzukühlen und damit das Feuer niederzuhalten. Kurz darauf können sie die Tür ganz öffnen und befinden sich vor einer mit lautem Zischen abblasenden Gasflasche, die nun ganze Arbeit erfordert. Der Strahlrohrführer muss mit seinem Rohr die Flammen wegdrücken damit sein Mann an das Ventil kommt und es abdrehen kann. Kaum ist das passiert – schlägt eine Flammenwand über ihre Köpfe hinweg. Der Ausbilder hat mittels Knopfdruck einen sogenannten „flash over“ (Flammendurchschlag) ausgelöst – bei dem die heißen Brandgase – durch die plötzliche Sauerstoffzufuhr schlagartig durchzünden und sich an der  Containerdecke entlang walzen. Geistesgegenwärtig wird das Rohr wieder gen Decke gerichtet und die Flamme erstickt.. Damit aber noch nicht genug – gilt es doch noch ein brennendes Industrierohr abzuschiebern und ein Regal mit metallener nachgebildeter Lagerware  abzulöschen. Zu guter letzt zündet  auch noch der erste Brand unter der Treppe nach – der den Trupp zwingt sich seinen Rückweg zum Ausgang freizukämpfen. Nach 12 Minuten – bei bis zu 350 Grad gibt der Ausbilder dann das Zeichen zum Abmarsch.  Der Trupp  steigt schweißgebadet  aus der Dachluke aus. Es folgt eine kurze Auswertung durch den Trainer und nach einer kurzen Pause steigt der Trupp dann ein zweites Mal  in den Container.
 
während  der Durchzündung von Brandgasen                            Gruppenfoto der FF Radefeld nach ihrer Übung

Noch bis zum Sonnabend wird der Container – als Trainingsmöglichkeit unter fast realistischen Bedingungen, den Brandschützern zur Verfügung stehen. Am Nachmittag dann können sich die Ersthelfer des Flughafens  an einer einzelnen Brandwanne im Container - über der ein großer Filter zum Absaugen des Löschpulvers angebracht ist – in der Handhabung eines Handfeuerlöschers üben. Frauen wie Männer  lernen dabei die Inbetriebnahme und die richtige Anwendung des Löschmittels Pulver. Draußen vor dem Container wird dann auch an kleinen Brandwannen der Einsatz von Schaum und Kohlendioxid geübt. „Eine gute Sache, bei der die Scheu und vielleicht etwas Ängstlichkeit vor den roten Löschgeräten genommen wird“  –   so der Tenor der Damen von der Flughafeninformation.

Fotos und Artikel:  Steffen Ludewig