Werkfeuerwehr Airport Leipzig-Halle

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Werkfeuerwehr Leipzig – Halle Airport

In der Zeit vom 25. bis 29.5. und 2. – 6.6.2009 konnten wir den holzbefeuerten Container nutzen. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 97 hauptberufliche und 37 nebenberufliche Mitarbeiter unter realistischen Einsatzbedienungen ausgebildet. Darüber hinaus konnten zwei FF sowie Angehörige der Berufsfeuerwehren von Leipzig und Halle den Container üben. Unser Ziel war es, auf den Containerausbildungen in RISC aufzubauen und möglichst alle 97 haupt- und 70 nebenberuflichen Kräfte die Ausbildung zu ermöglichen, so dass alle Einsatzkräfte den gleichen Ausbildungsstand erreichen. Das Training unterteilte sich hierbei in Theorieschulung, Flashover und Backdraftvorführung im geschlossenen Container, die Rauchgaslesung, das Strahlrohrhandling, die Unterdrückung der Durchzündung sowie Einsatzübungen „Kellerbrand“.

Im Container kann jedes Löschmittel eingesetzt werden, ohne das Schäden an Sensoren, Schaltern oder Elektronik auftreten, weil es diese nicht gibt. Das Modul braucht auch zudem keine Inspektionen oder Wartungsintervalle.

Seit 1999 mieten wir jährlich eine solche Anlage und haben mit vergleichsweise wenig Mitteln einen faktischen Lernerfolg bei unseren Mitarbeitern erzielen können. Ein Fazit des Trainings war, dass wir unsere bisher verfolgte Taktik entscheidend optimieren können. Ursächlich hiefür war die Erkenntnis, dass bisher Brandsimulationen in Containern, Flugzeugrümpfen und auch Flächenbrände als Gasbrände bekämpft wurden. Ein Gasfeuer verhält sich ganz anders als ein reales Holzfeuer oder ein Flüssigkeitsbrand, mit dem wir es in der Flugzeugbrandbekämpfung zu tun haben. Hier hilft es nicht möglichst viel Wasser aufzubringen, sondern taktisch richtig sparsam und umsichtig das Löschmittel einzusetzen.
Auf Grund der Vielzahl an vorzufindenden Verbundstoffen, Plastik sowie Schaumstoffsitzen und Klebemitteln, unterscheidet sich dabei ein Wohnungsbrand nicht wesentlich von dem eines Flugzeugrumpfes.

Was passiert, wenn man zu viel Wasser aufbringt, wurde jedem Teilnehmer eindrucksvoll vermittelt. Die zwei Holländer und ein Schweizer Kollege brachten das sehr gut in ihrem landestypischen Dialekt herüber.

Jede Gruppe absolvierte das gleiche Ausbildungsprogramm und konnte im Anschluss den Übungsverlauf besprechen. Die Hinweise der Ausbilder wurden von jedem dankbar entgegen genommen.

Wir erlebten die Ausbilder als um- und zugängliche, sich schnell auf sich verändernde Situationen einstellende und ausdauernde Kollegen, die ihren Job sehr gut machen.

Auch die Genehmigung und Bereitstellung der Brennmaterialien gestaltete sich unbürokratisch. Mit lediglich acht bis zehn unbehandelten, trockenen Industriepaletten konnten die vierstündigen Ausbildungseinheiten abgesichert werden. Dabei wurden Temperaturen von bis zu 800 °C erreicht.

Nicht nur unsere Atemschutzausrüstung, auch unsere Mitarbeiter wurden nah an ihre Grenzen geführt und das mit vergleichsweise geringem materiellen Aufwand. Wir übten mit tragbaren Leitern, verschiedenen Löschmittelauswurfvorrichtungen und selbst das Belüften der Räume ohne teure Lüfter brachte „ Aha – Effekte“.

Zweifelnde Beobachtern, die aus bisherigen Übungen großen und aufwändigen Übungsanlagen kannten und anfänglich an dem lediglich 33 Fuß großen Container beargwöhnten, wurden nach kurzer Zeit eines Besseren belehrt. Die staunenden Rufe aus dem Container, die angestrengten, verschwitzten aber glücklichen Gesichter, die glänzenden Augen der Teilnehmer waren nicht nur für die Beobachter ein eindeutiger Beweis, dass diese Ausbildung real und wirklich sinnvoll ist.

Ich erlaube mir einen Appell an alle Ausbildungsverantwortlichen: „ Eine  gasbefeuerte Anlage ist sicher durchaus für die Taktikausbildung von Vorteil, kann aber ein Holzbefeuerte Anlage nicht ersetzen. Ruft Euch ins Bewusstsein, wie man mit einfachen Mitteln die Ausbildung für unsere Feuerwehrmänner optimieren kann. Wir tragen Verantwortung, dass die Mitarbeiter richtig auf ihren Job vorbereitet werden! “

Es muss auch keine teure Vernebelungsanlage sein. Meist reicht schon ein Strohfeuer in einer Schuttmulde …

Eines noch zum Abschluss: Bis auf eine kleine Unvorsichtigkeit gab es keine Verletzungen zu verzeichnen. Die „Oranjes“ achteten gewissenhaft auf Sicherheit. In diesem Sinne ein großes Dankeschön.


Einstieg über das Dach zum Kellerbrand

 
Gruppenfoto bei Durchzündung mit offenen Türen             Ein Durchgang  im Vorraum zur Brennkammer,
                                                                                    gleich wird die Tür geschlossen...

 
eine der 2 Überdruckklappen auf dem Dach - bei der         Durchzündung von der seitlichen Tür aus gesehen.
Durchzündung des Containerinnenraumes                         Rechts ist die Brennkammer